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Julia Klöckner (CDU) referierte zum Thema „Medizinische Versorgung im ländlichen Raum“

Am 7. März haben wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Zukunftsdialog CSP“ die CDU-Vorsitzende des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Julia Klöckner, in Sankt Vith empfangen.

Auf der Agenda standen die Besichtigung des Krankenhauses St. Josef sowie eine Diskussionsrunde zum Thema „Medizinische Versorgung im ländlichen Raum“. Hierbei wurden Strategien zum Erhalt der medizinischen Grundversorgung in ländlichen Gebieten sowie mögliche grenzüberschreitende Kooperationen erörtert.

CSP-Präsident Luc Frank beschrieb die „medizinische Grundversorgung“ und das „Altern in Würde“ in Wiesenbach als Zukunftsthemen, die für die CSP in ihrem Wahlprogramm eine zentrale Rolle spielen werden. Noch im vergangenen Monat hatte das Parlament der DG auf Initiative der CSP-Fraktion eine Resolution zur Grundfinanzierung der Krankenhäuser in ländlichen Gebieten verabschiedet.

Pascal Arimont, EU-Spitzenkandidat der CSP, wies auf mögliche grenzüberschreitende Kooperationen im Gesundheitsbereich hin. Hier habe es zwischen Rheinland-Pfalz und der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der Vergangenheit bereits konkrete Projekte im Rahmen der Interreg-Förderprogramme gegeben. Diese seien in Hinblick auf die demographische Entwicklung weiter zu intensivieren.

Auch Julia Klöckner bezeichnete in ihrem Referat die flächendeckende ärztliche Versorgung als gemeinsames Ziel. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen auch in ländlichen Gebieten in Würde altern können, ohne drauf zu zahlen“, so die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU. Dies sei auch für junge Menschen wichtig, denen Perspektiven gegeben werden müsse, um sich auch in Zukunft in ländlichen Gebieten niederzulassen.

Dabei wusste Julia Klöckner zu berichten, dass es in Rheinland-Pfalz – genau wie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft – in vielen Ortschaften keine Hausärzte mehr gebe. Zwar sei das Medizinstudium nach wie vor für viele junge Menschen attraktiv, jedoch seien nur noch die wenigsten dazu bereit, die zeitintensiven Aufgaben eines Landarztes zu übernehmen. Obschon es bereits einige Maßnahmen gebe, um beispielsweise durch Investitionsunterstützungen Anreize zu schaffen, zeige sich nicht der gewünschte Erfolg.

Aus diesem Grund werden in Rheinland-Pfalz aus privaten Initiativen heraus vermehrt so genannte „mobile Ärzteeinheiten“ geschaffen: Die Allgemeinärzte „touren“ sozusagen durch die Gemeinden und Ortschaften und arbeiten dabei in Schichten, so dass nicht jeder Arzt permanent erreichbar sein muss. Ein ebenfalls interessanter Ansatz sei die Gründung so genannter „Bürgertaxis“. Diese sind in einigen rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden von Ehrenamtlichen gegründet worden, um ältere Menschen zu den Sprechstunden der Ärzte in entlegeneren Ortschaften zu bringen.

Ein weiteres Problem für den ländlichen Raum stelle laut Klöckner der „europäische Wettbewerb um Ärzte“ dar: Durch regelrechte Kampagnen würden Ärzte aus bestimmten Regionen in andere Länder gelockt. Hierfür müsse eine europäische Lösung gefunden werden, da eine Grundversorgung in allen Regionen garantiert werden müsse. Ebenfalls zur Sprache kam in diesem Zusammenhang die Tendenz zum „Outsourcing“ bestimmter Dienste in den Krankenhäusern, die durch den Kostendruck im Gesundheitswesen entsteht. Die Diagnoseverlagerung nach Indien – etwa bei der Analyse radiologischer Daten – stelle keine optimale Lösung dar, da durch Übersetzungs- und Austauschprobleme die Qualität zu sinken drohe. Nach wie vor müsse ein Vertrauensverhältnis zwischen Absender und Empfänger bestehen. Kooperationen zwischen regionalen Krankenhäusern, wie sie zwischen den Krankenhäusern Sankt Vith und Prüm praktiziert werden, seien daher wichtige Vorzeigeprojekte.

In Bezug auf die Pflege älterer Menschen ging Klöckner auf die immer seltener werdende Pflege innerhalb familiärer Strukturen ein. Die Veränderungen im Berufsleben hätten dazu beigetragen, dass dieses Modell immer schwerer realisierbar sei. Daher müsse über neue Wohnformen – beispielsweise Mehrgenerationenhäuser – nachgedacht werden. In diesen Strukturen werden zentrale Begegnungsorte für junge und alte Menschen geschaffen und die wertvolle Leistung der vorhandenen Pflegekräfte effizient eingesetzt.

Am Ende ihres Referats wies Klöckner darauf hin, dass die christdemokratischen Parteien der Großregion (Deutschsprachige Gemeinschaft, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Saarland) verstärkt gemeinsame regionale Antworten erarbeiten sollten, um auf gemeinsame Herausforderungen zu reagieren. „Denn die Probleme der ländlichen Gebiete machen an den Grenzen keinen Halt“, so Klöckner.

Vor dem Referat in Wiesenbach waren die Vertreter der CSP mit Julia Klöckner bei einem Besuch im Krankenhaus St. Josef in Sankt Vith bereits in die Praxis eingetaucht (siehe Bilder): Im Krankenhaus informierten Direktorin Ingrid Mertes und Chefarzt Dr. Albert van der Putten die CDU-Landesvorsitzende über die Unterschiede zwischen belgischer und deutscher Krankenhausfinanzierung und erläuterten die problematische Situation kleiner Krankenhäuser in ländlichen Gebieten. Ebenfalls zur Sprache kam die Kooperation zwischen dem Sankt Vither Krankenhaus und dem Krankenhaus in Prüm. Auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit legen beide Häuser seit vielen Jahren großen Wert: Das Krankenhaus Prüm ist für Sankt Vith das nächstgelegene deutschsprachige Krankenhaus der Region. Intensive Zusammenarbeit gibt es beispielsweise im Bereich der Teleradiologie und der ambulanten Versorgung.

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